THW unterstützt archäologische Grabung im Fürther Stadtwald

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Fürth,

In der ersten Juliwoche war die Bergungsgruppe des 1. Technischen Zuges bei einem außergewöhnlichen Einsatz im Fürther Stadtwald gefragt. Auf Anforderung der Stadt Fürth unterstützten unsere Einsatzkräfte gemeinsam mit der Fachgruppe Räumen archäologische Ausgrabungen an einem historischen Brunnenschacht, der sich in einem abgelegenen Bereich des stillgelegten Steinbruchs befindet.

Der Brunnenschacht war über Jahrzehnte hinweg verschüttet und mit Erdreich, Gestein und organischem Material gefüllt. Die Grabung erforderte daher präzise und zugleich kraftvolle Technik: Mit Hilfe des Teleskopladers der Fachgruppe Räumen sowie manueller Werkzeuge wurde das Material schichtweise abgetragen. Dabei arbeiteten die Einsatzkräfte eng mit den Archäologen zusammen, um empfindliche Strukturen nicht zu beschädigen. Besonders herausfordernd war die Tiefe des Schachts – rund 25 Meter – sowie die beengten Platzverhältnisse im Waldgelände.

Während der mehrtägigen Arbeiten wurde der Schacht vollständig freigelegt und gesichert. Dies ermöglichte es den Fachleuten, die Konstruktion und Nutzung des Brunnens detailliert zu untersuchen. Erste Funde deuten darauf hin, dass der Schacht bereits im 18. Jahrhundert angelegt wurde, um den angrenzenden Steinbruch mit sauberem Wasser zu versorgen. Das Wasser sammelte sich dabei auf natürliche Weise über unterirdische Lehmschichten – ein frühes Beispiel für nachhaltige Ressourcennutzung.

Am Mittwochnachmittag wurden die bisherigen Erkenntnisse im Beisein von Bürgermeister Markus Braun sowie Vertretern der Presse vorgestellt. Bernhard Häck, Hohlraumforscher beim Bayerischen Landesamt für Denkmalpflege, hob die historische Bedeutung und den bemerkenswert guten Erhaltungszustand der Anlage hervor.

Zum Abschluss der Maßnahme wurde ein benachbarter unterirdischer Felsenkeller geöffnet und gemeinsam erkundet. Dieser diente nach der Aufgabe des Steinbruchs als Bierkeller und wird heute – Jahrhunderte später – in den Wintermonaten als geschützter Rückzugsort für Fledermäuse genutzt.

Im Rahmen der geplanten Umgestaltung des Areals soll der freigelegte Brunnen künftig sichtbar in das Nutzungskonzept des Felsenkeller-Geländes integriert werden. Ziel ist es, die historische Infrastruktur für Besucher erlebbar zu machen und gleichzeitig den Naturschutz zu berücksichtigen.

Bilder: Kilian Biegler,  Mehmet Ali Karabiber



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